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Kommentar zum Literaturüberblick zu Agrarspekulation

14.05.2013: Ein Kommentar zu "Schadet oder nützt die Finanzspekulation mit Agrarrohstoffen? - Ein Literaturüberblick zum aktuellen Stand der empirischen Forschung"

   Kommentar zum Literaturüberblick zu Agrarspekulation

Das Diskussionspapier von Matthias Georg Will, Sören Prehn, Ingo Pies und Thomas Glauben hat in der Presse große Resonanz erfahren, vor allem durch den Aufruf von 40 WissenschaftlerInnen, die im Dezember 2012 Bundespräsident Gauck für seine Kritik an der Spekulation mit Agrarrohstoffen kritisierten und das Papier als eine Art Kronzeuge dafür nahmen, dass Kritik an solcher Spekulation irrational und verfehlt sei. Einher geht damit auch Kritik an einigen zivilgesellschaftlichen Organisationen, die sich für eine Regulierung der Agrarterminmärkte einsetzen.

Das Diskussionspapier nimmt für sich in Anspruch, die wissenschaftliche Literatur umfassend und objektiv auszuwerten, hat aber bei der Auswahl der Literatur Mängel und Lücken. Darüber hinaus weist die ausschließliche Konzentration auf ökonometrische Studien auf eine verengte Methodik hin. Die Bewertung der Studien ist nicht immer korrekt und erfolgt einseitig zu ungunsten der spekulationskritischen Studien. Auch sonst wird in der Analyse der Debatte einiges verfälschend dargestellt. Dies alles wirft das Papier von Will et al. hinter den Standard zurück, den Will et al. von anderen verlangen und für sich in Anspruch nehmen. Ihre weitreichende Kritik an allen, die Spekulation oder einige ihrer Formen kritisch sehen, ist damit nicht ausreichend belegt.

Zugehörige Dateien:
Kommentar Literaturüberblick Agrarspekulation.pdfDownload (56 kb)

Personen:
>Markus Henn