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Deutsche Bank muss Rohstoffwetten beenden

31.05.2012: Zur Jahreshauptversammlung der Bank fordert WEED diese zum Stopp ihrer Wetten auf. Eine neue Studie belegt Preisverzerrung durch Rohstoffzertifikate

  

Anlässlich der heutigen Jahreshauptversammlung der Deutschen Bank erklärt Markus Henn von WEED: "Die Deutsche Bank ist weiterhin einer der größten Nahrungsmittelspekulanten der Welt. Der im März verkündete Verzicht auf neue börsengehandelte Anlageprodukte in Nahrungsmitteln für dieses Jahr ist völlig unzureichend. Es lässt die bestehenden Produkte der Bank und deren Erweiterung unangetastet, ebenso wie Anlagen abseits der Börse und in Rohstoffen wie Metallen und Öl."

Die Wahl von Anshu Jain zum Co-Vorsitzenden deutet darauf hin, dass die Deutsche Bank ihr spekulatives Geschäft eher wieder ausbauen wird. "Ein so kaltblütiger Zocker wie Jain kümmert sich nicht um die Folgen seiner Spekulation, solange nur die Rendite für die Deutsche Bank stimmt," meint Henn. Er habe schon in der Finanzkrise bewiesen, dass er nur Risiko und Rendite als Ziele kennt.

Der preistreibende Effekt von Rohstoffanlagen wurde erst vergangene Woche in einer neuen US-Studie erneut betont, die sich mit "Commodity Linked Notes", sogenannten Rohstoffzertifikaten, beschäftigt. Auch die Deutsche Bank vertreibt unter ihrer Marke "db-X markets" viele solche Produkte, darunter eines basierend auf ihrem "Liquid Commodity Index", der zu gut einem Viertel auf Mais und Weizen wettet. Wie die Studie feststellt, resultieren aus den Zertifikaten Absicherungsgeschäfte der Banken an den Börsen, die signifikante Preisbewegungen in den zugrundeliegenden Futures-Märkten verursachen.

"Die Deutsche Bank muss endlich ganz aus der Spekulation mit Rohstoffen aussteigen, mindestens aber aus der Spekulation mit Nahrungsmitteln", fordert Henn. "Diese Geschäfte schaden allen außer der Deutschen Bank, sogar die Anleger gehören oft zu den Verlierern. Aber besonders tragisch sind die Folgen für alle Menschen, deren tägliches Leben von erschwinglichen Nahrungsmitteln abhängt."

Die erwähnte Studie findet sich hier: Henderson, Brian J. (George Washington University) / Pearson, Neil D. / Wang, Li (2012) (University of Illinois at Urbana-Champaign): New Evidence on the Financialization of Commodity Markets: "This paper examines the price impact of commodity investments on the commodities futures markets using a novel dataset of Commodity-Linked Notes (CLNs). CLN issuers hedge their liabilities by taking long positions in the underlying commodity futures on the pricing dates. These hedging trades are plausibly exogenous to the contemporaneous and subsequent price movements, allowing us to identify the price impact of the hedging trades. We find that these hedging trades cause significant price changes in the underlying futures markets, and therefore provide direct evidence of the impact of "financial” trades on commodity futures prices."

Weitere Belege, dass Spekulation einen negativen Preiseinfluss hat

Hintergrundpapier zur Deutschen Bank im Rohstoffterminmarkt

Zugehörige Dateien:
Mit_Essen_spielt_man_nicht.jpgDownload (44 kb)