Startseite Kontakt
Veranstaltungen / Aktionen

Fachkonferenz "Natursteine aus verantwortlichen Lieferketten"

28.05.2020 | WEED und die Werkstatt Ökonomie veranstalten vom 28. bis 29.05.2020 die erste bundesweite Fachkonferenz für sozial verantwortliche Naturstein-Beschaffung in Stuttgart.

Mehr erfahren

Podiumsdiskussion: Cum-Ex: Der organisierte Griff in die Staatskasse - Was sind die Konsequenzen?

09.12.2019 | Öffentliche Podiumsdiskussion mit Bundesfinanzminister Scholz und Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Zivilgesellschaft und Strafverfolgungsbehörden am 9.12.2019 in Berlin

Mehr erfahren



Derivate: Das unbekannte Wesen

13.07.2004: von Isabel Lipke, 55 Seiten

  
 

Derivate: Das unbekannte Wesen

Derivatemärkte sind das am schnellsten wachsende Segment der Finanzmärkte. Sie funktionieren als Infrastruktur und treibende Kraft der Globalisierung. Als von anderen Geschäften abgeleitete, handelbare Wertpapiere lassen Derivate darüber hinaus die Grenzen zwischen Kredit-, Wertpapier- und Devisenmarkt verschwimmen. Sie tragen somit entscheidend zu einer erhöhten Interdependenz auf den Finanzmärkten bei.

Der weitaus größte Teil des Derivatehandels findet außerbörslich (over-the-counter) statt. Das bedeutet Intransparenz und fehlende Regulierung.

Ursprünglich, im 17. Jahrhundert dazu erfunden, ökonomische und außerökonomische Handelsrisiken wie z.B. durch Naturkatastrophen an "Risikospezialisten" zu verlagern, ist das System der Derivate inzwischen selbst zu einem systemischen Stabilitätsrisiko für das internationale Finanzsystem geworden.

Mit der Aufkündigung des Bretton-Woods-Systems der festen Wechselkurse 1973 beginnt der modernen Derivatehandel. Durch die nun frei schwankenden Wechselkurse entstanden neue Risiken. Daraus resultierte ein neuer Bedarf nach Absicherung durch derivative Instrumente. Gleichzeitig aber wuchs das Spekulationspotenzial.

Während Derivate ein Produkt des Nordens sind, verursachen sie über Kettenreaktionen vor allem im Süden realwirtschaftliche und soziale Schäden und Armut. Da diese Volkswirtschaften nicht so robust und flexibel sind, als dass sie mit dem Auf und Ab auf den Finanzmärkten problemlos umgehen könnten, haben Krisen ungleich schwerwiegendere Auswirkungen als im Norden. Die Weltbank schlägt vor, dass Länder des Südens Anleihen emittieren und derivative Instrumente als Risikomanagement einführen. Die neuen Risiken, zumal für schwache Ökonomien, werden dabei jedoch weitgehend ignoriert. Dem gegenüber kann eine politische Regulierung Schutz vor Stabilitätsrisiken durch externe Schocks gewähren.

Aus dem Inhalt

  • Derivate und ihre Märkte
  • Entwicklungen, Geschichte und Trends im Derivatehandel
  • Stabilitätsrisiko Derivate
  • Folgen für Entwicklungsländer

Sie können das Arbeitspapier als pdf downloaden.

Zugehörige Dateien:
derivate.pdfDownload (1265 kb)