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W&E Infobrief

Konfliktlösung oder Konfliktverschärfung?

25.04.2007: Regionale und bilaterale handelspolitische Initiativen der EU und der USA in Westafrika - Ein Überblick und Bewertung der zugrunde liegenden ökonomischen und geopolitischen Interessen

Nach dem Scheitern der WTO-Ministerkonferenz in Cancún und einer unklaren Zukunft der in Doha begonnenen neuen WTO-Verhandlungsrunde werden regionale und bilaterale handelspolitische Initiativen der EU und der USA in Westafrika in den kommenden Jahren stärker an Bedeutung gewinnen, um ihre handelspolitischen Interessen durchzusetzen. Dabei geht es der EU wie den Wirtschaftspolitikern auf der anderen Seite des Atlantiks um den vereinfachten Zugang zu den afrikanischen Märkten für westliche Produkte, vorrangig aber auch um den Zugriff auf begehrte natürliche Ressourcen wie Erdöl, Diamanten, Gold und andere Bodenschätze. Die Ölvorkommen im Golf von Guinea gehören weltweit zu den bedeutendsten Tiefseeförderregionen und stehen schon lange auf der Prioritätenliste der US-Ölgesellschaften. Aber auch für die EU spielen Aspekte der Außen- und Sicherheitspolitik neben rein ökonomischen Vorteilen bei den Wirtschaftsverhandlungen eine Rolle. Kurz vor Cancún antwortete der EU Handelskommissar Pascal Lamy auf die Frage nach dem Ziel multilateraler Handelsabkommen wörtlich, "wo der Handel blüht, marschieren keine Armeen. In Europa haben wir diese Lektion gelernt".

Die EU und die USA setzen ihre Interessen nun in bilateralen und regionalen Verhandlungen über Entwicklungs- und Wirtschaftdsabkommen um.Dazu zählen u.a. der US African Growth and Opportunity Acts (AGOA) oder die Verhandlungen über den Abschluß neuer regionaler Freihandelsabkommen zwischen der EU und Afrika (Wirtschaftdspartnerschaftsabkommen - kurz EPAs).

Das Projekt untersucht die These, dass das Interesse der EU und der USA am zügigen Ausbau ihrer Wirtschaftsbeziehungen zu den Staaten Westafrikas primär durch ihre ökonomischen und geopolitischen Interessen getrieben wird. Besonderes Augenmerk richtet er auf die zugrunde liegende Motivation für diese Machtpolitik und ihre ökonomischen, ökologischen und sozialen Folgen für die Bevölkerung in den betroffenen Ländern. Neben der Untersuchung des gegenwärtigen Standes verschiedener wirtschaftspolitischer Initiativen der EU und der USA wird gefragt, ob diese Politik der Rohstoffsicherung tatsächlich zu Armutsbekämpfung und nachhaltiger Entwicklung beiträgt. Der Text schlägt damit eine Brücke zwischen den Perspektiven regionaler und bilateraler Handelspolitik der EU und der USA nach Cancún und den Auswirkungen dieser Politik auf die Menschen in westafrikanischen Ländern. Er analysiert die konkreten Handelsinitiativen der USA und der EU in ihrer Bedeutung und vergleicht sie.

Zugehörige Dateien:
Konfliktlösung oder Konfliktverschärfung_Westafrika-AP-final.pdfDownload (471 kb)