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Die Grenzen der Freiwilligkeit

15.07.2003: Handlungsmöglichkeiten und Erfahrungen von NGOs und Gewerkschaften bei der Anwendung freiwilliger Selbstverpflichtungen der Wirtschaft

In den letzten Jahren haben viel Großunternehmen freiwillige Verhaltenskodizes verabschiedet, in denen sie sich in unterschiedlichem Umfang zur Einhaltung bestimmter Umwelt- und Sozialstandards verpflichteten. Sie reagierten damit auf die Offenlegung ökologischer und sozialer Mißstände in ihren Betrieben durch Gewerkschaften und NGOs und die wachsende Kritik der Öffentlichkeit an ihren Wirtschaftspraktiken.

Daneben entwickelten sich gemeinsame Initiativen von Unternehmen, Gewerkschaften, NGOs und zwischenstaatlichen Institutionen, sogenannten Multistakeholder-Initiativen. Und auch Regierungen und internationale Organisationen befassen sich wieder verstärkt mit Fragen der sozialen und ökologischen Verantwortung Transnationaler Unternehmen, u.a. im Rahmen der OECD-Leitsätze für Multinationale Unternehmen und des Global Compact.

In dem Arbeitspapier wird untersucht, welche Handlungsmöglichkeiten und praktischen Erfahrungen NGOs und Gewerkschaften bei der Anwendung dieser freiwilligen Instrumente haben. Mit welchen Schwierigkeiten sind sie konfrontiert und welche Schlussfolgerungen ergeben sich aus ihren bisherigen Erfahrungen. Dazu werden unternehmensinterne Selbstverpflichtungen und Kodizes, verschiedene Multistakeholder-Initiativen, sowie die wichtigsten zwischenstaatlichen Instrumente zur Stärkung von corporate accountability untersucht. Dies geschieht vor dem Hintergrund einiger konkreter Fallbeispiele von Direktinvestitionen deutscher Firmen (wie z.B. Bayer AG, BASF, Bosch, Thyssen-Krupp AG, Vallourec & Mannesmann, u.a.) in Entwicklungsländern und ihren ökologischen und sozialen Auswirkungen.

Dahinter steht die grundsätzliche Frage nach der Wirksamkeit freiwilliger Instrumente zur Stärkung der Unternehmensverantwortung: Wo liegen die Potentiale und wo die Grenzen der Freiwilligkeit? Das Arbeitspapier formuliert hierzu einen Kriterienkatalog, benennt die strukturellen Schwächen und Grenzen von Verhaltenskodizes und Multistakeholder-Initiativen und skizziert abschließend eine "Mehr-Ebenen-Strategie" für die zukünftige Auseinandersetzung von NGOs und Gewerkschaften mit dem Thema corporate accountability.


Inhalt:

I. Einleitung: Zum Stand der Debatte über Unternehmensverantwortung und freiwillige Selbstverpflichtungen

II. Instrumente zur (Selbst-) Regulierung von Unternehmen - Handlungsmöglichkeiten von NGOs und Gewerkschaften

  1. Unternehmensinterne Selbstverpflichtungen und Kodizes
  2. Multistakeholder-Initiativen
  3. Zwischenstaatliche Instrumente zur Stärkung von Corporate Accountability

III. Schlussfolgerungen: Die Grenzen der Freiwilligkeit

Anhang: "Worst-practice"-Beispiele deutscher auslandsinvestitionen

Literaturverzeichnis


Diese Publikation wurde mit finanzieller Unterstützung des Bundesumweltministeriums und des Umweltbundesamt erstellt.

Autoren: Uwe Kerkow, Jens Martens und Tobias Schmitt - 2003, 40 S.

Die Broschüre ist leider vergriffen, die pdf ist unten downloadbar.

Zugehörige Dateien:
grenzen-der-freiwilligkeit.pdfDownload (648 kb)

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