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Internationaler Aufruf: Die Zeit ist reif für eine Ende der Entwicklungshilfe für Öl!

17.10.2007: Weltweit fordern hunderte Nichtregierungsorganisationen von den Regierungen der Industrieländer und Internationalen Organisationen wie der Weltbank einen sofortigen Stop der "Entwicklungshilfe für Öl". Statt die Energiewende für den Klimaschutz und die Armutsbekämpfung zu finanzieren, fließen nach wie vor knappe öffentliche Gelder in die Taschen internationaler Ölkonzerne.

     

In einer gemeinsamen Erklärung fordern hunderte Nichtregierungsorganisationen aus aller Welt einen Stop der Entwicklungshilfe für Öl.

Aus Deutschland sind u.a. erlassjahr.de, Urgewald und WEED Mitunterzeichner.

Schließen Sie sich dem Aufruf an!
Schicken Sie dazu eine Mail an signon@priceofoil.org, dem direkten Ansprechpartner bei Oil Change International.


Mehr Informationen zur End Oil Aid-Kampagne gibt es im Internet unter www.endoilaid.org.




Der Aufruf:



Die Zeit ist reif für ein Ende der Entwicklungshilfe für Öl!


Wir, die unterzeichnenden Nichtregierungsorganisationen aus den Bereichen Entwicklung, Umwelt, lokale Gemeinschaften, Menschenrechte und Rechte indigener Völker rufen die reichen Industrieländer und die internationalen Institutionen zu einem STOP der Subventionierung internationaler Ölfirmen durch Entwicklungshilfe oder andere öffentliche Mittel auf. Diese Subventionen heizen die Überkonsumtion in den reichen Ländern an, kommen einer ohnehin schon hochprofitablen Branche zu gute und verschärfen viele der dringlichsten Probleme weltweit. Die Zeit ist reif für ein Ende der Entwicklungshilfe für Öl.

Zur Förderung der Ölbranche werden Gelder eingesetzt, die für Menschen in armen Ländern vorgesehen sind und diesen helfen sollen. Die Entwicklungshilfe für Öl verschärft Konflikte und Armut in vielen Teilen der Welt, führt zu einer verstärkten Abhängigkeit vom Öl und heizt die globale Erwärmung an. Sogar die Weltbank hat in ihrem Extractive Industries Review von 2003 zu einem Ende der Entwicklungshilfe für Öl aufgerufen und die Empfehlung ausgesprochen: "Die Weltbankgruppe sollte bis 2008 ihre Investitionen in die Ölproduktion auslaufen lassen und ihre knappen Ressourcen in die Entwicklung Erneuerbarer Energien umschichten." Tragischerweise ignoriert die Weltbank diese Empfehlung bis heute. Öffentliche Mittel multilateraler Entwicklungsbanken werden so weiterhin zur Subventionierung von Ölkonzernen eingesetzt.

Allein die Weltbank hat seit 1992 mehr als 5 Mrd. US-$ für Ölprojekte bereitgestellt. Nur ein geringer Anteil ihres Energiebudgets wurde in saubere Erneuerbare Energien investiert. Zudem sind über 80% der für den Ölsektor gewährten Mittel der Weltbank in Projekte geflossen, die dem Export in den Norden dienen. Bei diesen Projekten geht es nicht um eine Beseitigung von Energiearmut - sondern um den unternehmerischen Profit der Ölfirmen und eine Verstärkung des "Ölhungers" der wohlhabenden Länder.

Exportkreditagenturen vergeben jährlich ebenfalls Milliarden-Subventionen für Projekte, die der Ölförderung oder dem Bau von Pipelines dienen. Allein Exxon Mobil hat seit 1995 mehr als eine Milliarde US-$ von Exportkreditagenturen erhalten. Und Unternehmen wie Shell, Halliburton, BP und Chevron, Total und Repsol wurden von öffentlichen Institutionen durch hunderte Millionen US-$ unterstützt.

Ölkonzerne profitieren von der Entwicklungshilfe für Öl, während sie gleichzeitig Rekordgewinne verbuchen. Wie unabhängige Analysen zunehmend aufzeigen, behindern internationale Ölkonzerne Entwicklung, anstatt sie zu fördern; sie heizen Konflikte an und stürzen Öl produzierende Länder nur noch tiefer in Armut und wirtschaftliche Ungleichheit. Die anhaltende Öl-Abhängigkeit hat zu Zeiten hoher Ölpreise gravierende Auswirkungen auf ärmere Entwicklungsländer, wodurch die positiven Auswirkungen von Schuldenerlassen untergraben werden und gerade den Ländern geschadet wird, denen internationale Organisationen wie die Weltbank helfen sollten.

Aufgrund dieser und zahlreicher anderer Probleme ist seit langem klar, dass die Subventionierung von Ölfirmen weder ein effektiver noch ein zu rechtfertigender Einsatz knapper Entwicklungsgelder oder anderer öffentlicher Mittel ist. Dennoch hat erst die globale Erwärmung die mit unserer "Gier nach Öl" in Zusammenhang stehende Krise wie nie zuvor ins Zentrum der Aufmerksamkeit gerückt. Die Treibhausgasemissionen der reichen Länder im letzten Jahrhundert sind weitest gehend verantwortlich für das immer dringlicher werdende Problem des Klimawandels. Aber dennoch sind es vor allem die ärmsten Länder der Welt, die in den nächsten Jahrzehnten unverhältnismäßig hoch unter den Folgen leiden werden.

Durch die Verwendung von Entwicklungshilfe und anderen öffentlichen Mitteln als Förderinstrumente für die Expansion der Ölindustrie treiben reiche Länder den Klimawandel voran. Zugleich versäumen sie es, das Kernproblem der Überwindung der Energiearmut anzugehen.

Das Ende der Entwicklungshilfe für Öl und die Förderung nachhaltiger Energiealternativen sind wichtige Schritte bei der Bekämpfung der Energiearmut und der Schaffung einer neuen Energiezukunft. Deshalb rufen wir zu einem Ende der internationalen Unterstützung für Ölkonzerne auf.




Der Aufruf ist auch in Englisch, Spanisch, Portugisisch, Französisch und Russisch erhältlich unter >


Der Aufruf wurde bereits von 155 Organisationen aus 46 Ländern unterstützt, u.a. von:

50 Years is Enough: US Network for Global Economic Justice (USA), African Forum and Network on Debt and Development (International), African Forum on Alternatives (Senegal), Alliance Sud (Switzerland), Amazon Watch (USA), Amis de la Terre France (France), Banglapraxis (Bangladesh), Bank Information Center (USA), Berne Declaration (Switzerland), Bretton Woods Project (UK), Campaign to Reform the World Bank (Italy), Central and Eastern Europe Bankwatch Network (International), Center "Armon" (Uzbekistan), Centre for Research and Action on Developing Locales (CRADLE) (Nigeria), Coletivo Alternativa Verde - CAVE (Brazil), Citizens For Justice-(CFJ) Malawi (Malawi), Citizens' Movement for Environmental Justice (South Korea), Community Research and Development Centre (CREDC) (Nigeria), Corner House (UK), Deuda en la Globalización (Catalonia, Spanish State) (Spain), Ecological Society Green Salvation (Kazakhstan), Environmental Rights Action (ERA) (Nigeria), erlassjahr.de (Germany), FERN - Belgium/UK (Belgium), Foundation for Grassroots Initiatives in Africa (Ghana), Friends of the Earth Europe (International), Friends of the Earth International (International), Friends of the Earth Japan (Japan), Friends of the Earth U.S. (USA), GLOBAL 2000 (Austria), Global Village Cameroon (Cameroon), Greenpeace Southeast Asia (International), groundWork (South Africa), Halifax Initiative (Canada), Helio International (France), Himayadar Humanitarian Organization (Azerbaijan), Jubilee South (International), Jubilee USA (USA), New Economics Foundation (UK), Oil Change International (International), Oil Watch Sudamerica (International), Oil Workers Rights Protection Public Union(Azerbaijan), Platform (UK), Polish Green Network (Poland), Sakhalin Environment Watch (Russia), Solidarity Network Africa (Kenya), South Durban Community Environmental Alliance (SDCEA) (South Africa), Sustainable Scale Project (Canada), Urgewald (Germany), World Ecology, Economy and Development (WEED) (Germany), Yayasan Pelangi Indonesia (Indonesia) - und viele andere mehr.


Alle unterzeichnenden Organisationen (Stand Oktober 2007) finden Sie hier >

Gremien:
>MitarbeiterInnen