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Stoppt EU-AKP Freihandelsabkommen

01.06.2004: Gemeinsamer Aufruf von Nichtregierungsorganisationen aus Afrika, der Karibik, dem Pazifik und Europa

Seit 2002 verhandeln die Europäische Union (EU) und die Staaten Afrikas, der Karibik und des Pazifik (AKP-Staaten) über neue sog. "Wirtschaftspartnerschaftsabkommen" (WPA). WPA haben zum Ziel, "neue, WTO-konforme Handelsregeln zu vereinbaren, die zwischen [der EU und den AKP-Staaten] bestehenden Handelshemmnisse schrittweise zu beseitigen und die Zusammenarbeit in allen handelsrelevanten Bereichen zu verstärken", "auf den Initiativen der AKP-Staaten zur regionalen Integration" aufzubauen und die "Eindämmung und schließlich Besiegung der Armut und eine nachhaltige Entwicklung" zu fördern [1].

Wirtschaftspartnerschaftsabkommen in der bisher geplanten und verhandelten Form sind im wesentlichen Freihandelsabkommen.

Die EU hat durchgängig darauf bestanden, dass WPA auf einer engen Auslegung der WTO-Bestimmungen über Freihandelsabkommen basieren müssen, die zur Abschaffung aller Handelsschranken für mehr als 90% des gemeinsamen Handels innerhalb der kürzestmöglichen Übergangsperiode führen müssen. Zusätzlich verlangt die EU die Aufnahme von Verhandlungen in den Bereichen Investitionen, Wettbewerb, Handelserleichterungen, öffentliches Beschaffungswesen, Datenschutz und im Dienstleistungssektor. Verhandlungen über die ersten vier Bereiche wurden aufgrund ihrer negativen Entwicklungsfolgen von den AKP-Staaten bereits in der WTO abgelehnt. Unter dem Deckmantel eines ‚Partnerschaftsabkommens’ führt die EU ihre WTO-Freihandelsagenda nun auch in die WPA-Verhandlungen ein.

Trotz großem Widerstands der AKP-Staaten hat die Europäische Kommission einen hohen politischen und ökonomischen Druck aufgebaut, um die WPA-Freihandelsgespräche ohne die nötige Vorbereitung zu beginnen. Stimmen in Europa und den AKP-Staaten, die sich für Alternativen aussprachen, wurden geflissentlich überhört. Durch ihre starke Abhängigkeit von externer Entwicklungszusammenarbeit haben die AKP-Staaten kaum eine andere Wahl, als den EU-Forderungen zur Liberalisierung ihrer Märkte für Güter und Dienstleistungen zuzustimmen. Der überwältigende Nachdruck, der im Zuge der WPA-Verhandlungen auf weiter gehende Liberalisierung gelegt wird, belegt, dass es der EU in den Verhandlungen zunächst um die Ausdehnung des europäischen Zugangs zu den AKP-Märkten geht, und nicht um die Entwicklung der AKP-Länder.

Regionale Integrationsbestrebungen bilden ein zentrales Element der Entwicklungsstrategien der AKP-Staaten. WPA gefährden den schwierigen Prozess der regionalen Integration und setzen Produzenten in den AKP-Staaten auf ihren lokalen und regionalen Märkten der unfairen europäischen Konkurrenz aus. Zu den zu erwartenden Folgen zählen steigende Arbeitslosigkeit, stärkere soziale Ungerechtigkeit, , Gefährdung der Ernährungssicherheit und Verlust der Lebensgrundlage. Den Regierungen der AKP-Staaten drohen durch die Abschaffung von Einfuhrzöllen bedeutende Ausfälle in den öffentlichen Einnahmen. Zudem wird auch die mit einer weiteren Liberalisierung verbundenen Kapitalflucht zunehmen. Während die Europäische Kommission darauf besteht, dass WPA "Entwicklungsinstrumente’ seien, belegen alle bisherigen Untersuchungen, dass die Hauptlast der Anpassungskosten ausschließlich von den AKP-Staaten, einschließlich der 40 zur Gruppe der ärmsten Länder gehörenden Staaten, getragen werden muss.

Die EU hat die im Cotonou-Abkommen genannten Ziele Armutsbekämpfung und nachhaltige Entwicklung auf eine auf ihre Interessen ausgerichtete Handels- und Investitionsliberalisierungsagenda reduziert. WPA werden die Dominanz europäischer Unternehmen, Güter und Dienstleistungen erhöhen. Dadurch werden WPA den sozio-ökonomischen Niedergang und die politische Instabilität vieler AKP-Staaten vertiefen und verlängern. WPA auf der Grundlage reziproker, d.h. symmetrischer, Handelsabkommen machen für die AKP-Staaten weder wirtschaftlich noch entwicklungspolitisch Sinn.

Daher lehnen wir die geplanten "Wirtschaftspartnerschaftsabkommen" in ihrer gegenwärtigen Form ab!

Wir setzen uns für eine Überprüfung der neoliberalen Außenhandelspolitik der EU, insbesondere in Bezug auf die Entwicklungsländer, ein. Wir fordern, dass sich die Zusammenarbeit zwischen EU und AKP-Staaten in der Handelspolitik auf folgende Leitlinien stützt:

  • Das Prinzip der Nicht-Reziprozität, dass im Allgemeinen Präferenzsystem (APS) und der Sonder- und Vorzugsbehandlung innerhalb der WTO Ausdruck findet
  • Der Schutz der lokalen und regionalen Märkte im Interesse der AKP-Produzenten
  • Die Umkehr des Liberalisierungsdrucks in der Handels- und Investitionspolitik
  • Die Schaffung des notwendigen politischen Spielraums und der Unterstützung der AKP-Staaten bei der Entwicklung und Umsetzung eigener Entwicklungsstrategien

Unterzeichnet von

  • Third World Network-Africa Secretariat www.twnafrica.org Ghana
  • Both ENDS www.bothends.org Nederland
  • Economic Justice Network www.ejn.org.za South Africa
  • EcoNews Africa www.econewsafrica.org Kenya
  • Southern and Eastern Africa Trade Negotiations Initiative (SEATINI) www.seatini.org Zimbabwe
  • ENDA Tiers Monde www.enda.sn Senegal
  • Mwelekeo wa NGO (MWENGO) www.mwengo.org Zimbabwe
  • Pacific Concerns Resource Centre (PCRC) www.pcrc.org.fj Fiji
  • 11.11.11 Flemish NGO Coalition www.11.be België
  • World Economy, Ecology and Development (WEED) www.weed-online.org Deutschland
  • Action for Southern Africa (ACTSA) www.actsa.org United Kingdom
  • ActionAid International www.actionaid.org International Network
  • Traidcraft www.traidcraft.org.uk United Kingdom
  • African European Faith and Justice Network (AEFJN) www.aefjn.org International Network
  • SOMO (Centre for Research on Multinationals) www.somo.nl Nederland
  • Centre du Commerce International et Developpment (CECIDE) Guinee
  • InterAfrica Group www.interafrica.org Ethiopia
  • XminY Solidariteits Fonds www.xminy.nl Nederland
  • Solidarité solidarite.asso.fr France
  • Agir ici www.agirici.org France
  • Economic Justice Coalition Mozambique
  • GRAPAD Benin
  • Missionnaire d'Afrique France
  • KASA/Werkstatt Ökonomie www.woek.de Deutschland
  • ORCADE Burkina Faso
  • Groupe de recherche pour une stratégie économique alternative (GRESEA) users.skynet.be/gresea/ Belgique
  • ROBA dell'Altro Mondo Italia
  • BioTani Indonesia Foundation Indonesia
  • CADTM www.cadtm.org International Network
  • FENAFER/B Burkina Faso
  • Forum National contre la Dette et la Pauvreté ( FNDP) Côte D'Ivoire
  • Gender and Trade Network Africa (GENTA) www.genderandtrade.net/Africa/Africa.htm South Africa
  • FERAD asbl Belgique
  • Le Collectif des ONG pour la Sécurité Alimentaire et le Développement Rural du Cameroun(COSADER) Cameroun
  • Missionaries of Africa www.lavigerie.org Nederland
  • Attac Polska Polska
  • Attac Stuttgart Deutschland
  • Chrétiens dans le Monde Rural (CMR) www.cmr.asso.fr France
  • Coordination Southern Africa (KOSA) www.kosa.org Deutschland
  • Sahan Consultant Nederland
  • North -South consultants België
  • African Forum and Network on Debt and Development (AFRODAD) Zimbabwe
  • Tanzania Gender Networking Program www.tgnp.org Tanzania
  • Trocaire East Africa Regional Office www.trocaire.org Kenya
  • S.M.A. www.mafroma.org France
  • Consumer Information Network Website www.consumersupdate.org Kenya
  • ACORD www.acord.org.uk United Kingdom
  • ACORD (Association de Coopération et de Recherches pour le Développement) www.acord.org.uk France
  • ACORD www.acord.org.uk Kenya
  • Debt and Development Coalition www.debtireland.org Ireland
  • Attac France www.attac-france.org France
  • NATIONAL ASSOCIATION OF NIGERIAN TRADERS (NANTS) Nigeria
  • NIGERIAN TRADE NETWORK (NTN) Nigeria
  • RESEAU FOI-JUSTICE AFRIQUE-EUROPE France
  • Women In Development (WIDE) www.wide-network.org European Network
  • IMC www.consolata.pt Portugal
  • bureau ver(?)antwoord www.bureauverantwoord.nl Nederland
  • Missionnaires d\'Afrique France
  • Labour Resource and research Institute (LaRRI) www.larri.com.na Namibia
  • Netzwerk Afrika Deutschland e.V. www.netzwerk-afrika-deutschland.de Deutschland
  • ICM Missionary Sisters Italia
  • Unanima www.unanima-international.org Italia
  • sisters of notre dame de namur Belqique
  • Missiezusters van O.L.Vrouw van Afrika Nederland
  • JPIC Promoters Italia
  • fair trade assistance www.fairtrade.nl Nederland
  • Escola Agro-Industrial de Calungá Brasil
  • Missionário Portugal
  • Commission justice et paix des missionnaires de Scheut Belgique
  • Diocese Lichinga Mozambique
  • JMC Portugal
  • UNANIMA INTERNATIONAL United States of America
  • Société des Missionnaires d\'Afrique www.lavigerie.org Belgique
  • Brothers of the Christian Schools Italia
  • WEMOS www.wemos.nl Nederland
  • Leigos Missionários da Consolata Portugal
  • Corporate Europe Observatory www.corporateeurope.org Nederland
  • religieuses du sacré coeur/AEFJN Italia
  • brothers of st. gabriel www.gabrielite.org Italia
  • Campagna Riforma Banca Mondiale www.crbm.org Italia
  • Good Shepherd Sisters Italia
  • Sociedade Missionária da Boa Nova www.boarevam.planteaclix.pt Portugal
  • Center for Economic and social Alternatives Cameroun
  • Good Shepherd Sisters's International Office for Justice, Peace and Solidarity in Mission www.buonpastoreint.org Italia
  • Institute for Sustainable Development Ethiopia
  • Forum for African Alternatives Senegal
  • JPIC Sceretariat - Claretian Missionaries www.claret.org Italia
  • Jubileu 2000 Angola - LIJUA www.angonet.org/Jubileu/jubileu.html Angola
  • Igreja Mozambique
  • prêtre Belqique
  • SUL - Associação de Cooperação para o Desenvolvimento www.sul-online.org Portugal
  • WTO AG attac Germany Deutschland
  • Irmãs Missionárias Combonianas Portugal
  • Trade Justice Campaign Kenya Kenya
  • Mercedarian Missionaries of Berriz Japan
  • Missions de Scheut Belgique
  • piccole suore dell\'Assunzione Italia
  • Società del Sacro Cuore Italia
  • Friends of the Earth Finland www.maanystavat.fi Finland
  • OPORTUN - Mozambique Mozambique
  • Radio Privée tambara fm Niger
  • Centre for Peace and Democracy Kenya
  • Missionare von Mariannhill www.mariannhill.de Deutschland
  • Religious of the Sacred Heart of Mary www.rshm.org United States of America
  • Trades & Development Studies (Trades) Centre www.tradescentre.org.zw Zimbabwe
  • Forum Social Senegalais Senegal
  • Régionale missionnaires d\'Afrique Belgique
  • Comhlámh, Development Workers in Global Solidarity www.comhlamh.org Ireland
  • WINFA St. Vincent and the Grenadines
  • Afrikagrupperna/ Africa Groups of Sweden www.afrikagrupperna.se Sweden
  • Center for Encounters and active Non-Violence www.begegnungszentrum.at Austria
  • Directeur de la Solidarité Nationale et de l'Insertion Sociale Djibouti
  • Friends of the Earth Europe www.foeeurope.org International Network
  • POLLEN Belgique
  • Christian Aid www.christianaid.org.uk United Kingdom

Mehr Informationen sowie online-Unterzeichnnug unter www.stopepa.org

[1] Art. 19, Art. 34 bis Art. 38 des Cotonou-Abkommens 0

Gremien:
>MitarbeiterInnen