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Betroffene demonstrieren in Hasankeyf gegen Ilisu-Staudamm

20.05.2007: Pressemitteilung der Bewegung für gleiche und freie Bürger sowie der Initiative zur Rettung von Hasankeyf

(Hasankeyf) Fast 2.000 Menschen, die vom Bau des Ilisu-Staudamms betroffen sein werden, protestierten heute in der antiken Stadt Hasankeyf gegen das zerstörerische Projekt. Der Demonstrationszug verlief von dem Dorf Kesmeköprü II am Tigris nach Hasankeyf. Menschen aus allen vom geplanten Staudamm betroffenen Gegenden nahmen an der Demonstration teil. Bewohner der umliegenden Städte waren ebenfalls angereist, um den Protest zu unterstützen.

Während der Demonstration entblößten die männlichen Teilnehmer ihre Oberkörper und riefen Slogans wie "Hasankeyf ist Geschichte, es wird Geschichte bleiben". Auf Bannern war zu lesen "Der Ilisu-Staudamm ist ein Massaker an der Geschichte", "Zerstört nicht 10.000 Jahre Geschichte für 50 Jahre Energie" und "Keine Vertreibung für den Ilisu Damm". Musiker mit traditionellen Trommeln und Blasinstrumenten begleiteten die Demonstration. In Hasankeyf wurden die Teilnehmer von hunderten Einwohnern mit Beifall begrüßt.

Bei der Abschlusskundgebung legte Mesut Aydin für die Organisatoren - die "Bewegung für gleiche und freie Bürger" sowie die "Initiative zur Rettung von Hasankeyf" - dar, dass der geplante Ilisu Staudamm eine der größtern Kulturzerstörungen der Welt sei. Hasankeyf sei einer der zentralen Orte in Mesopotamien und würde niemals überflutet werden, wenn er in Europa läge. Das Ilisu-Projekt würde eine ganze Region verwüsten und das reiche Ökosystem des Tigris zerstören.

Oktay Konyar, Sprecher der Protestbewegung gegen eine Goldmine in Bergama, hob die Bedeutung des Widerstands gegen derartige Großprojekte hervor und rief die Bevölkerung der Westtürkei auf, sich stärker gegen undemokratische Vorgehensweisen und die Zerstörung von Lebensgrundlagen einzusetzen. Er forderte die Einstellung von Militäroperationen in der Region.

Die Demonstration der betroffenen Bevölkerung zeigt, dass trotz der Bewilligung von Exportkreditgarantien durch die Regierungen Deutschlands, Österreichs und der Schweiz Ende März 2007 der Protest und Widerstand gegen das Ilisu-Projekt weitergeht. Weitere Aktivitäten sind für die nächsten Wochen geplant.

Weitere Informationen: www.hasankeyfgirisimi.com E-mail: hasankeyfgirisimi@gmail.com Diren Özkan (Tel: 0090-5358977666)

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